Ehevertrag versus Romantik?

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Am Anfang schon das Ende regeln? Wer mag schon an das Schei­tern der Ehe den­ken, noch bevor sie über­haupt begon­nen hat? Schließ­lich hei­ra­tet man doch aus Liebe, steht in guten wie in schlech­ten Zei­ten zu ein­an­der, stellt sich gemein­sam allen Wid­rig­kei­ten in den Weg. Und ist ein Paar, das durch nichts und nie­man­den getrennt wer­den kann. Was ist, wenn die Liebe eines Paa­res doch nicht „bis dass der Tod uns schei­det“ reicht?

So etwas pas­siert uns doch nicht, denkt ihr jetzt viel­leicht. Schließ­lich ist die Ent­schei­dung zu hei­ra­ten, ein Ent­schluss, den man aus Liebe zu ein­an­der getrof­fen hat. Doch irgend­wann kann der Flug auf Wolke Sie­ben ein abrup­tes Ende fin­den und der Blick auf die Ehe durch die rosa­rote Brille wird von der Rea­li­tät ein­ge­holt. Die einst­mals glück­li­chen Braut­leute ste­hen vor dem Scher­ben­hau­fen ihrer Ehe und müs­sen sich ihr Schei­tern ein­ge­ste­hen.  Das ist das eine und die Finan­zen sind das andere. Für viele Paare ist die Rege­lung, die das bür­ger­li­che Gesetz­buch im Falle der Ehe­schlie­ßung auto­ma­tisch mit sich bringt, sinn­voll und aus­rei­chend. Zuge­winn­ge­mein­schaft heißt das Prin­zip und sieht vor, dass das wäh­rend der Ehe hin­zu­ge­won­nene Ver­mö­gen bei einer gericht­li­chen Tren­nung zu glei­chen Tei­len auf die bei­den Part­ner auf­ge­teilt wird.

Wir erle­ben aber zuneh­mend, dass der Wunsch nach einer indi­vi­du­el­len Lösung bei den Paa­ren immer mehr in den Vor­der­grund rückt. Die Gründe dafür sind so viel­fäl­tig wie die kri­ti­schen Stim­men, die einen sol­chen Ehe­ver­trag für nicht gut hei­ßen. Über einen sol­chen Ehe­ver­trag, der die finan­zi­elle Seite die­ser Part­ner­schaft regelt, lässt sich natür­lich in guten Zei­ten viel ein­fa­cher und ent­spann­ter spre­chen. Die Roman­tik sollte man dabei ruhig hin­ten anstel­len und die Kopf-Entscheidung einem Bauch­ge­fühl vor­an­stel­len. Regeln brin­gen Klar­heit und defi­nie­ren vor allem den gemein­sa­men Wil­len des Paa­res. In tur­bu­len­ten Zei­ten kann so ein Ver­trag ohne Zwei­fel für Sicher­heit auf bei­den Sei­ten sor­gen.

Wir haben auf einem unse­rer letz­ten Hoch­zeits­mes­sen­be­su­che zwei tolle Frauen ken­nen gelernt. Die eine ist Rechts­an­wäl­tin und die andere Media­to­rin. Sie bera­ten Paare (auch bereits ver­hei­ra­tete Paare) unter ande­rem in der Ent­wick­lung eines Ehe­ver­tra­ges. Was uns beson­ders an die­sem Kon­zept gefiel: Gemein­sam mit den Paa­ren wur­den Werte aus­ge­ar­bei­tet und von die­sen dann die Inhalte des Ehe­ver­tra­ges abge­lei­tet. Auf diese Weise wer­den nicht nur die recht­li­chen Aspekte geklärt, son­dern die Paare wer­den sich auch über ihre Lebens­weise und ihre gemein­sa­men Ziele klar.

Sta­tis­tisch gese­hen wer­den Ehen mit einem Ehe­ver­trag eher geschie­den als Ehen ohne einen Ehe­ver­trag. Wir fin­den jedoch, dass gemein­same Ziele als Grund­lage einer Part­ner­schaft zum guten Gelin­gen einer Ehe bei­tra­gen kön­nen. Ob nun mit oder ohne Ehe­ver­trag. Klar­heit und ein gemein­sa­mer Plan ver­sus Roman­tik? Wir sehen das anders. Ein gemein­sa­mes Lebens­ziel zu ver­fol­gen, kann sehr roman­tisch sein.

eure_anni_und_irina