Valentinstag: viel mehr als nur Kommerz!

Die his­to­ri­schen Fak­ten um den hei­li­gen Valen­tin sind äußerst dürf­tig. Zugleich ist Valen­tin den­noch der Namens­ge­ber für das Fest der Liebe. Ein nähe­res Hin­schauen lohnt sich also. Bis in das Jahr 1972 hin­ein exis­tierte noch ein hei­li­ger Valen­tin am 14. Februar im Regio­nal­ka­len­der für das deut­sche Sprach­ge­biet. Dann wurde er ein­fach aus dem Kalen­der gestri­chen, weil er sich his­to­risch nicht wirk­lich nach­wei­sen lässt. Aber die Legende erzählt doch eini­ges mehr und macht deut­lich, warum der Valen­tins­tag zum Valen­tins­tag gewor­den ist.

So wird erzählt, dass die­ser Hei­lige im drit­ten Jahr­hun­dert nach Chris­tus Bischof im ita­lie­ni­schen Terni war. Er traute Paare im christ­li­chen Ritus, oft­mals heim­lich und ver­bo­te­ner­weise. So ver­sorgte er mit sei­nen Diens­ten unter ande­rem Sol­da­ten, die nach kai­ser­li­chem Befehl gar nicht hei­ra­ten durf­ten. Die­sen frisch ver­hei­ra­te­ten Paa­ren schenkte er mit Freude Blu­men aus sei­nem Gar­ten. Er war ein belieb­ter „Zere­mo­ni­en­meis­ter“, weil er den Ruf hatte als Glücks­bote für eine gelin­gende Part­ner­schaft. Unter dem Kai­ser Clau­dius starb er am 14. Februar 269 den Mär­ty­rer­tod. Begra­ben ist er im bay­ri­schen Krum­bach.

„Zufäl­lig“ geht sein Gedenk­tag ein­her mit dem römi­schen Fest „Luper­ca­lia“. Die­ses Fest war der Göt­tin Juno geweiht. Juno wie­derum ist die Schutz­pa­tro­nin der Ehe. Der 14. Februar war für die römi­schen unver­hei­ra­te­ten Frauen ein belieb­ter Tag, um sich im Tem­pel ein Ora­kel für die Geschi­cke in der Liebe weis­sa­gen zu las­sen. Die jun­gen Män­ner durf­ten an die­sem Tag Lose zie­hen mit den Namen der noch nicht ver­hei­ra­te­ten Frauen. Die aus­ge­los­ten Paare ver­brach­ten dann den Tag mit­ein­an­der in der Hoff­nung, dass dar­aus eine Part­ner­schaft ent­ste­hen könnte.

true love

Der christ­li­che Weg besteht ja oft darin, einen „heid­ni­schen“ Brauch christ­lich zu über­neh­men. Man kann wohl davon aus­ge­hen, dass die­ser „Juno­tag“ bei den jun­gen Men­schen in Rom äußerst beliebt und aus der Sicht der Kir­che äußerst unmo­ra­lisch war. So wan­delte man dann die Göt­tin „Juno“ in den hei­li­gen „Valen­tin“, so dass der Weg der Liebe in eine geord­nete Bahn gehen konnte. Ein klei­nes Augen­zwin­kern ist an die­ser Stelle durch­aus ange­bracht.

Die ver­hei­ra­te­ten Män­ner schenk­ten ihren Frauen an die­sem Tag Blu­men. Das kommt einem doch vom Valen­tins­tag allzu bekannt vor. Unser Blu­men­schen­ken geht also auf das alte Rom zurück und ein wenig auch auf den hei­li­gen Valen­tin.

Inter­es­sant ist dane­ben auch noch der Weg, den der Valen­tins­tag genom­men hat. Viele Jahr­hun­derte nach Valen­tin und „Juno“ geschah nur wenig, aber seit dem 15. Jahr­hun­dert wer­den uns  Valen­tins­bräu­che aus Eng­land über­lie­fert mit der Kom­bi­na­tion „Geschenke und Gedichte“. Brief- und Blu­men­brauch­tum (Vale­ni­nes)  wan­derte von Eng­land mit den Aus­wan­de­rern in die Neue Welt und kam von dort nach dem zwei­ten Welt­krieg mit den US Sol­da­ten, die hier bei uns sta­tio­niert waren, wie­der zu uns.  Im Laufe der Jahre wuchs das Brauch­tum unauf­halt­sam: Blu­men, Scho­ko­la­den und eine ganze „Valen­tins­welt“ bele­ben heute die­sen Tag. Da tut es gut, sich mal wie­der der Wur­zeln zu besin­nen. Valen­tin ist also alles andere als eine Neu­er­fin­dung. Die Wur­zeln rei­chen weit zurück. Ob christ­lich oder römisch: eigent­lich zählt immer noch, wie Paare zuein­an­der fin­den. Danke, Valen­tin! Du hast deine Sache gut gemacht.

true love Valentinstag

Geschrie­ben von Mat­thias Kön­ning
Fotos von Story Wed­ding